Daniel Graf

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Ko-kreative Demokratie braucht Mut

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Ko-kreative Demokratie! Es gibt diese Momente auf Panels, wo ein Gedanke in der Luft liegt, der nur darauf wartet, ausgesprochen zu werden. Am Demokratie-Festival «Mitmacht» von Faktor D in Wien war das für mich der Moment, als wir über «Mut zur Hoffnung» diskutierten.

Der Kick-off des Panels war eine Analyse, die viel Dringlichkeit mitbrachte: Antidemokratische Kräfte nutzen Angst und Wut als politischen Treibstoff, während wir Demokrat:innen oft nur reagieren, statt mit eigenen Zukunftsbildern zu mobilisieren.

Meine Mit-Panelist:innen Anna Durnova & Alex Sängerlaub und Moderator Florian Schmidt brachten unterschiedliche Perspektiven ein, wie Emotionen zur demokratischen Kraft werden können. Wir waren uns einig, dass es zentral ist, eigene Zukunftsbildern zu mobilisieren.

Denn viele Menschen waren noch nie so gut informiert, gleichzeitig arbeiten unsere politischen Systeme mit einer Architektur, die sich seit Jahrzehnten kaum verändert hat. Darum brachte ich einen Begriff ins Spiel, der mich schon länger begleitet: «Ko-kreative Demokratie».

Gemeint ist ein Rollenwechsel der Bürger:innen – weg von der Haltung als Konsument:innen von Politik, hin zu aktiven Mitgestalter:innen. Nicht erst bei fertigen Vorlagen, sondern bereits bei Problemdefinition, Lösungsfindung und Prozessdesign.

Die Werkzeuge und Tools dafür existieren: Design Thinking, Deliberation und Theory U. In letzterer beschreibt Otto Scharmers «Social Field» etwa das Beziehungsgeflecht, in dem kollektives Lernen möglich wird. Eine ko-kreative Demokratie wäre ein lernendes System mit echten Feedbackschlaufen zwischen Bürger:innen, Verwaltung und Politik.

Digitale Plattformen und KI-Tools können Tausende Inputs synthetisieren und Muster sichtbar machen. Bürgerräte zeigen, dass Menschen komplexe politische Fragen durchdringen können.

Was fehlt, ist also weniger die Methode und die Tools als der politische Wille – und manchmal unser eigener Mut, grösser zu denken.

Wir müssen aufhören, Demokratie defensiv zu verteidigen, und anfangen, sie offensiv weiterzuentwickeln. Das Mitmacht-Festival war ein Highlight im Politikjahr 2025.

Mein Take-away: Alle ist schon da! Was wir brauchen, ist der kollektive Mut, eine ko-kreative Demokratie tatsächlich zu bauen.

Die Zeit dafür ist jetzt. Let’s go!

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