20 Minuten als Demokratie-Booster

Just saying: Die 20 Minuten - Printausgabe war in der Schweiz ein echter Demokratie-Booster.
Schon lange vor Social Media machte die Gratiszeitung politische Themen sichtbar, die von etablierten Parteien und klassischen Medien vernachlässigt wurden. Die Pendlerzeitung war neu, schnell – und offen für jede gute Geschichte, die ihre vielfältige Leserschaft interessierte.
Anders als die Abo-Platzhirsche erreichte 20 Minuten junge Menschen: Schüler:innen, Studierende und Erstwähler:innen. Aus diesem Grund bot die Redaktion auch z.B. den Jusos und den Jungen Grünen viel Raum, die in Blick, Tages-Anzeiger oder NZZ nur selten vorkamen.
Ein aktuelles Thema, ein starkes Bild – und die Story war am nächsten Tag schweizweit Gesprächsthema.
20 Minuten hat mitgeholfen, dass junge Politiker:innen sehr früh in kommunale und kantonale Parlamente einzogen – und heute stärker im Bundeshaus vertreten sind.
Umso erstaunlicher ist es, wie wenig empirisch erforscht diese Wirkung bisher ist – soviel mir bekannt ist.
Der Einfluss von 20 Minuten auf politische Sozialisation, Beteiligung und die Funktionsweise der direkten Demokratie in der Schweiz wäre ein wichtiges Forschungsfeld. Vielleicht ein Thema fürs nächste politikwissenschaftliches Seminar?
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