Daniel Graf

← Alle Beiträge

No Deal, Frau Wille

Bild zum Beitrag «No Deal, Frau Wille»

Perfektes Timing: Während die SRG als ESC-Gastgeberin glänzt, knickt Direktorin Susanne Wille vor Schweizer Medienkonzernen ein. Der Deal: Die SRG kappt ihr Onlineangebot – im Gegenzug versprechen die Verlage, die Halbierungsinitiative zu bekämpfen.

Die SRG gibt den Werbegelder getriebenen Medienkonzernen den «kleinen Finger» – ihr «eingeschränktes» Online-Angebot. Und wir alle wissen, was als Nächstes folgt.

TX-Group-Verleger Pietro Supino, dem dieser Deal offenbar nicht weit genug geht, fordert bereits unverblümt im Tages-Anzeiger: «Auf den Betrieb von digitalen Nachrichtenportalen muss die SRG verzichten. Die privaten Medien stellen ein reichhaltiges Angebot zur Verfügung.»

Was bedeutet das für den Service Public? Die SRG kapituliert ausgerechnet dort, wo unabhängiger Journalismus heute und künftig am wichtigsten ist: auf den Social-Media-Kanälen.

Adieu YouTube und Instagram? Wie wollen SRF RTS RSI künftig die Bevölkerung – besonders junge Menschen – informieren? Über Websiten? Zwar agierte die SRG in sozialen Medien bisher mit angezogener Handbremse.

Doch die Realität ist eindeutig: Ein zeitgemässer Service Public ist ohne digitale Kanäle undenkbar. YouTube und Instagram sind aus dem Alltag der Schweizer:innen nicht mehr wegzudenken.

Willes Deal untergräbt unsere direkte Demokratie im Kern. Das Mediensterben in der Schweiz – an dem Medienkonzerne mitgewirkt und mitverdient haben – ist eine tickende Zeitbombe. Politische Debatte wie Meinungsbildung findet heute online statt – genau dort braucht es die SRG mit fundierter politischer Berichterstattung in allen Sprachregionen und Kantonen.

Liebe Frau Wille, wir brauchen eine offensive Strategie statt eines Bücklings vor der Verlegerlobby! Service Public bedeutet Ausbau des Onlineangebots, besonders für jüngere Zielgruppen – das Publikum und die Stimmbevölkerung von morgen.

Darum: No Deal, Frau Wille! Erfüllen Sie bitte Ihren Auftrag: Stärken Sie die SRG, bauen Sie den Service Public aus und festigen Sie unsere direkte Demokratie!

Auch interessant für dich

Dieser Beitrag erschien zuerst auf LinkedIn. Dort können Sie ihn kommentieren:

← Alle Beiträge