Daniel Graf

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Theo war einer von uns

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Theo war einer von uns. Ein neurodivergenter junger Mensch. Autist. Er wurde nur 18 Jahre alt.

Sein früher Tod ist kein tragischer Einzelfall. Er wirft die Frage auf: Wie werden autistische Menschen und Menschen mit anderen unsichtbaren Behinderungen in psychiatrischen Einrichtungen geschützt, verstanden und behandelt?

Am 30. Dezember 2020 wird Theo bewusstlos im Isolationszimmer der Psychiatrische Dienste Aargau AG (PDAG) gefunden. Am 2. Januar 2021 stirbt er im Universitätsspital Zürich an den Folgen eines schweren Schädel-Hirn-Traumas.

Am Montag, 26. Januar 2026, beginnt in Brugg der Strafprozess gegen zwei Oberärzt:innen der PDAG. Zum Prozessauftakt findet vor dem Bezirksgericht eine bewilligte, stille Mahnwache statt – organisiert von Autistinnen.ch und engagierten Einzelpersonen. Das Urteil wird für Freitag erwartet.

👉 Mehr dazu: https://mahnwache-fuer-theo.ch

Vielleicht ist die Mahnwache in Brugg ein Moment, aus dem auch in der Schweiz eine Neurodiversity-Bewegung wachsen kann.

Was meint «Neurodiversity» (dt. Neurodiversität)? Der Begriff beschreibt zunächst die Vielfalt menschlicher Denk-, Wahrnehmungs- und Verarbeitungsweisen. Autismus, ADHS, Dyspraxie, Dyslexie und andere neurodivergente Ausprägungen gelten heute als Teil der menschlichen Vielfalt.

Judith Singer, die den Begriff 1997 geprägt hat, sagte dazu: «As a word, ‘neurodiversity’ describes the whole of humanity. But the neurodiversity movement is a political movement for people who want their human rights.» (Guardian, 2023)

Genau darum geht es im Fall von Theo. Um Menschenrechte. Um Schutz. Um Würde.

Ich habe damals in der NZZ erstmals von Theo gelesen. Der Artikel von Rafaela Roth und die Recherchen von humanrights.ch gingen mir nahe. Der gesellschaftliche Umgang mit Neurodivergenz betrifft mich direkt – und meine Familie ebenso.

Leider kann ich an der Mahnwache in Brugg nicht dabei sein. Was ich stattdessen tun konnte: Das Netzwerk autistinnen.ch bei der Webseite unterstützen. Denn diese Mahnwache ist mehr als ein stilles Gedenken.

Die Mahnwache ist ein dringlicher Aufruf: Autistische Menschen brauchen in der Psychiatrie besseren Schutz. Jetzt.

Darum meine Bitte: Unterschreibt den Aufruf. Teilt ihn.

👉 https://mahnwache-fuer-theo.ch

Solidarität heisst, füreinander einzustehen – und eben auch hinzustehen. Am 26. Januar für Theo. 💜 ✊

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