Daniel Graf

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Eine Schrecksekunde auf dem Velo

Bild zum Beitrag «Eine Schrecksekunde auf dem Velo»

«Heute Morgen auf dem Velo nach Basel zum Bahnhof hatte ich eine Schrecksekunde. Vollbremsung: Habe ich meine ID eingepackt? Ohne ID oder Pass kommt hier niemand ins Berner Medienzentrum.

Mein Smartphone hatte ich dabei. Sogar mit meiner e-ID drauf – leider erst Beta-Version, hier noch nicht gültig. Zum Glück war die Plastikkarte im Rucksack. Und ich hatte ein Beispiel gefunden: Wie die e-ID unseren Alltag einfacher macht.

Eine ähnliche Schrecksekunde hatte die ganze Schweiz im letzten Herbst. Als der Tages-Anzeiger über den Unterschriften-Bschiss berichtete. Da wurde klar: Uns fehlt etwas Zentrales. Ein sicherer, digitaler Kanal, um Initiativen und Referenden zu unterschreiben. Unsere analoge Demokratie funktionierte nicht mehr.

Der Schock sass tief. Noch tiefer der Vertrauensverlust. Und allen war bewusst: Dieses Problem lösen wir nicht heute, nicht morgen – sondern nur mit der e-ID.

Denn nur die e-ID bringt das nötige Update unserer direkten Demokratie: e-Collecting. Unterschreiben mit dem Smartphone. Sicher, staatlich, für alle.

Und trotzdem höre ich: Die e-ID sei eine Gefahr für unsere Demokratie. Das ist – erlauben Sie mir den Ausdruck – einfach Quatsch.

Die Gefahr ist nicht die e-ID. Die Gefahr ist, wenn wir nichts tun. Wenn wir im Reduit-Bunker sitzen und hoffen, die Digitalisierung ziehe vorbei. Tut sie nicht.

Verzichten wir, springen Google, Meta & Co. in die Lücke. Für sie sind wir keine Bürger:innen, sondern das Produkt. Unsere Daten ihr Geschäftsmodell.

Darum sage ich klar: Wenn wir nichts tun, droht die Vollbremsung. Oder gar der Systemabsturz.

Die Schweiz, unsere Demokratie braucht ein Update. Demokratie schützen heisst heute: sie weiterentwickeln.

Darum am 28. September: Ja zur staatlichen, sicheren e-ID für alle.»

Gekürztes Manuskript meiner Rede 19.0825 im Medienzentrum Bundeshaus, Komitee «Ja zur neue e-ID».

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